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KI braucht Orientierung, Netzwerke – und den Mut zur Umsetzung

Der diesjährige wisnet Innovation Day 2026 hat eindrucksvoll gezeigt, wie groß das Interesse des Mittelstands an Künstlicher Intelligenz ist – und gleichzeitig, wie hoch der Bedarf an Einordnung und Orientierung bleibt. Ursprünglich im Wertschöpfungslabor Hagen geplant, musste die Veranstaltung aufgrund der großen Nachfrage kurzfristig in den Senatssaal der FernUniversität in Hagen verlegt werden – ein deutliches Signal für die Relevanz des Themas.
Im Rahmen des ersten Verstetigungsworkshops kamen erfahrene Praktiker, Netzwerker und Entscheider aus Unternehmen und Institutionen zusammen. Mit dabei waren unter anderem Dominic Florian Rose (hp polytechnik GmbH & Co. KG), Achim Gilfert (Personaler Netz e. V.), Ingrid Lange (Netzwerk Industrie RuhrOst e. V.), Dr. Olaf Röper (ehemals CDO-ThyssenKrupp), Stefan Szkudlapski (netzwerkdraht e. V.), Janna Prager (CSCP in Wuppertal), Bettina Bartz (GS1 Germany / Mittelstand-Digital Zentrum WertNetzWerke), Prof. Dr. Erich Behrendt (University of Europe for Applied Sciences / wisnet e. V.), Alexander Schneider (Fraunhofer FIT) sowie Katja Kohlstedt und Oliver Schuster (visibleRuhr e. V.) .
Was diese Runde auszeichnete: unterschiedliche Perspektiven – aber ein gemeinsames Ziel. Denn schnell wurde deutlich: Die Diskussion ist längst weg vom „Ob“ und mitten im „Wie“ angekommen.
Zwischen Anspruch und Realität: Der Mittelstand sucht seinen Weg
Viele Unternehmen haben die Relevanz von KI erkannt. Was häufig fehlt, ist der konkrete Einstiegspunkt im eigenen Betrieb. Wo stiftet KI tatsächlich Nutzen? Welche Anwendungen sind praxistauglich? Und wie lassen sich erste Schritte so gestalten, dass sie intern mitgetragen werden?
Die Diskussion zeigte sehr klar:
Es geht weniger um Technologie – sondern um Einordnung.
Unternehmen brauchen:
- verständliche Erklärungen, was KI und Large Language Models im Kern leisten,
- konkrete Ideen für den eigenen Anwendungsfall,
- Diese kommen oft durch belastbare Best-Practice-Beispiele,
- und Formate, die Orientierung geben und schrittweise heranführen.
Der Wunsch ist eindeutig: nicht überfordern, sondern strukturiert begleiten.

KI funktioniert nicht ohne Change-Management
Ein zweiter zentraler Punkt zog sich durch alle Beiträge:
Der Einsatz von KI ist immer auch ein Veränderungsprozess.
Technologische Lösungen lassen sich implementieren – entscheidend ist jedoch, ob sie im Unternehmen akzeptiert und genutzt werden. Dafür braucht es:
- klare Zielbilder,
- passende Kompetenzen,
- und eine Unternehmenskultur, die Veränderung zulässt.
Die Verbindung von KI und Change-Management zeichnet sich damit als eines der zentralen Handlungsfelder für die kommenden Jahre ab.
Digitale Souveränität entsteht im Netzwerk
Ein weiterer Befund: Der Weg in die digitale Souveränität wird für viele Unternehmen allein kaum zu bewältigen sein.
Kooperationen und Wertschöpfungsnetzwerke gewinnen an Bedeutung – nicht nur, um Wissen zu teilen, sondern auch, um Vertrauen aufzubauen und gemeinsame Lösungen zu entwickeln.
Gerade im Umgang mit KI wird deutlich:
Wer sich vernetzt, kommt schneller voran.
Innovation Award für gelebte Praxis
Dass erfolgreiche Umsetzung möglich ist, zeigt ein Beispiel aus der Region:
Im Rahmen des Innovation Day wurde der wisnet Innovation Award an Dominic Florian Rose, Geschäftsführer der hp Polytechnik GmbH & Co. KG in Iserlohn, verliehen.
Ausgezeichnet wurde er für die erfolgreiche Umsetzung von KI-Projekten im Unternehmen – und insbesondere für die Art und Weise, wie diese mit einem konsequenten Change-Management verbunden wurden.
Ein Ansatz, der in der Diskussion vielfach als richtungsweisend bestätigt wurde:
Technologie allein reicht nicht. Entscheidend ist, wie sie im Unternehmen verankert wird.

Vom Austausch zur Umsetzung
Der Verstetigungsworkshop war bewusst als Auftakt angelegt. Die Ergebnisse werden nun strukturiert aufbereitet.
Der nächste Schritt ist bereits definiert:
Im Herbst 2026 soll ein zweiter Workshop stattfinden – mit einem klaren Fokus auf die konkrete gemeinsame Umsetzung.
Das Ziel bleibt klar:
Unternehmen dabei zu informieren, Orientierung zu geben und gemeinsam Wege zu entwickeln, wie KI sinnvoll und wirtschaftlich in die eigene Wertschöpfung integriert werden kann.
Denn eines hat der wisnet Innovation Day 2026 deutlich gemacht:
Der Mittelstand ist bereit. Jetzt geht es darum, ins Handeln zu kommen.
Mitgliederversammlung des Wisnet innovation research institut
Vor dem InnovationDay fand die offizielle Mitgliederversammlung des w.i.r.i. e. V. statt. Im Rahmen dieser Versammlung wurde der bisherige Vorstand einstimmig für eine weitere Amtszeit von zwei Jahren bestätigt. Dies bedeutet, dass Prof. Dr. Erich Behrendt, Dr. Bärbel Winter und Jörg Siegmann weiterhin die Projekte und Tätigkeiten des wisnet innovation research instituts steuern und lenken werden.








