Blog | 12. Februar 2026

Ein kurzer Einblick in die Digitale Souveränität als Schlüssel zum Wettbewerbsvorteil für den Mittelstand

wisnet / wiri Innovation Day 2025

Mittelständische Unternehmen stehen vor der Herausforderung, ihre Wettbewerbsfähigkeit in einem zunehmend digitalisierten Markt zu sichern. Eine bloße Implementierung digitaler Technologien ist nicht ausreichend, eine umfassende Strategie zur digitalen Souveränität notwendig, um die Kontrolle über ihre Daten und Systeme zu behalten und gleichzeitig Innovationen voranzutreiben

Die Herausforderung

Ene Vielzahl heterogener IT-Systeme und Abhängigkeit von externen Dienstleistern. Dies führt zu Bedenken hinsichtlich der Datensicherheit, der Interoperabilität und der langfristigen Kontrolle über geschäftskritische Informationen. Zudem erschwert die fehlende digitale Souveränität die Etablierung vertrauenswürdiger Kooperationen in Wertschöpfungsnetzwerken, da Partner zögern, sensible Daten in unsicheren Umgebungen auszutauschen.

Die Strategie

Inspiriert von den Zielen der Digitalstrategie der Bundesregierung, die eine „vernetzte und digital souveräne Gesellschaft“ sowie eine „innovative Wirtschaft“ anstrebt, steht die Entwicklung einer mehrstufigem Strategie. Diese umfasst:

  1. Aufbau vertrauenswürdiger Infrastrukturen und offener Standards: Die Investition und der Aufbau einer eigenen, sicheren Dateninfrastruktur, die auf offenen Standards basiert. Dies ermöglicht eine bessere Interoperabilität mit Partnern und reduziert die Abhängigkeit von proprietären Systemen .
  2. Förderung der Datensouveränität: Es wird ein klares Konzept zur Datensouveränität implementiert, das die Bereitstellung, den Zugang und die verantwortungsvolle Nutzung von Daten sicherstellt. Dies umfasst auch die Einhaltung europäischer Datenschutzstandards (EU DSGVO) und die Wahrnehmung unternehmerischer Pflichten zum Schutz der digitalen Souveränität von Verbraucher:innen und Arbeitnehmer:innen.
  3. Entwicklung einer KI-Strategie: Die Integration einer KI-Strategie, die darauf abzielt, KI-Anwendungen und -Entwicklungen in Geschäftsprozesse zu integrieren und innovative Geschäftsmodelle zu fördern. Dabei wird darauf geachtet, dass die KI-Nutzung ethisch, rechtlich und gemeinwohlorientiert erfolgt.
  4. Qualifizierung der Mitarbeiter:innen: Mit der Teilnahme an Qualifizierungsmaßnahmen wie das von dem wisnet innovation research institute e.V. entwickelte Qualifizierungsmodul „KI und Change Management in Wertschöpfungsnetzwerken“ werden Mitarbeitende befähigt, die neuen Technologien zu verstehen und aktiv an der Gestaltung des digitalen Wandels mitzuwirken. Dies umfasst die Vermittlung von Gewinn-, Wandel-, Kommunikations-, Macht-, Vertrauens- und Digitalstrategien.

Die Erfolge

  • Gesteigerte Wettbewerbsfähigkeit: Durch die Kontrolle über ihre Daten und die Nutzung offener Standards können Unternehmen innovative Produkte und Dienstleistungen schneller auf den Markt bringen.
  • Stärkere Kooperationen: Die etablierte Datensouveränität und die vertrauenswürdigen Infrastrukturen führen zu einer erhöhten Bereitschaft von Partnern, in Wertschöpfungsnetzwerken zusammenzuarbeiten. Die Reduktion von Komplexität durch Vertrauensbeziehungen spielte hierbei eine entscheidende Rolle.
  • Effizienzsteigerung durch KI: Die Integration von KI in Geschäftsprozesse führt zu einer Optimierung der Fertigungsabläufe und einer besseren Nutzung von Ressourcen.
  • Mitarbeitenden-Engagement: Die aktive Einbindung der Mitarbeitenden in den digitalen Wandel und die kontinuierliche Weiterbildung fördern eine Kultur der Innovation und des kontinuierlichen Verbesserungsprozesses.
  • Sicherung der digitalen Unabhängigkeit: Weniger Abhängigkeit von einzelnen Anbietern und flexiblere Reaktion auf Marktveränderungen.

Durch eine proaktive Strategie zur digitalen Souveränität können nicht nur Herausforderungen gemeistert, sondern diese in einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil umgewandelt werden. Digitale Souveränität im Mittelstand ist nicht nur eine technische, sondern auch eine strategische und kulturelle Aufgabe.

Autorin: Dr. Bärbel Winter
Copyright Grafik: pixabay

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