Rückblick | 6.09.2017
Tagebuch – 6.9.2017: Das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum eStandards nimmt seine Arbeit auf
Tagebuch – 6.9.2017: Das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum eStandards nimmt seine Arbeit auf
Das „Mittelstand-4.0-Kompetenzzentren eStandards“ ist ein Förderprojekt des Bundeswirtschaftsministeriums, das Unternehmen bei Digitalisierung und der Nutzung neuer Technologien unterstützen wird. Es ist Teil der bundesweiten Förderinitiative Mittelstand Digital. In einer gemeinsamen Kick-off-Veranstaltung mit Vertretern der FernUniversität, der Hagener Wirtschaftsförderung „HAGENagentur“, der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer (SIHK), des wisnet e. V. sowie dem Oberbürgermeister der Stadt Hagen stellt sich das neue Kompetenzzentrum erstmals der Öffentlichkeit vor.

Zum Kompetenzzentrum gehören Lisa-Marie Metz (links), Ulrich Hardt (Dritter von links), Dr. Erich Behrendt, wisnet e. V. (4. von rechts) und Jörg Siegmann (rechts). Außerdem im Bild: Dirk Hackenberg, SIHK (2.v.l.), FernUni-Rektorin Prof. Ada Pellert (4.v.l.), Oberbürgermeister Erik O. Schulz (5.v.l.), Michael Ellinghaus, Geschäftsführer der HAGENagentur (3.v.r.) und Prof. Peter Vieregge, wisnet e. V. (2.v.r.). © Heuel
Dirk Hackenberg (SIHK) betonte die zentrale Bedeutung dieser Fördermaßnahme: „Die Digitalisierung ist ein absolutes Muss für Unternehmen, um ihre Zukunftsfähigkeit zu erhalten, konkurrenzfähig zu bleiben und neue Märkte zu erschließen.“ Ein Schwerpunkt liegt auf sogenannten eStandards, also einer „gemeinsamen Sprache“, die es ermöglicht, Geschäfts- und Produktionsprozesse mithilfe von Informations- und Kommunikationstechnologien zu vernetzen. Dadurch werden Abläufe schneller, Dienstleistungen qualitativ besser und Kosten langfristig gesenkt. Viele Unternehmen nutzen bislang unterschiedliche Standards (z. B. in Materialwirtschaft und Produktion); deren Vereinheitlichung ist ein zentrales Ziel. Experten helfen dabei, Maschinen, Produkte, Dienstleister, Zulieferer und Kunden besser zu verknüpfen. eStandards sind dabei die Grundlage für den Datenaustausch in und zwischen Unternehmen.
Ein weiterer Fokus ist die gezielte Nutzung von Daten aus dem Internet. Professor Peter Vieregge erklärte: „Dabei kann man herausfinden, was der Endkunde denkt. Und kauft.“ Unternehmen sollen lernen, relevante Informationen aus der Datenflut herauszufiltern.
Die Angebote des Kompetenzzentrums sind kostenlos, um gerade mittelständische Betriebe zu erreichen, die oft vor hohen Investitionen zurückschrecken. Oberbürgermeister Erik O. Schulz warnte: „Viele erkennen noch gar nicht die Dynamik, die in diesem Thema steckt.“ Auch Fernuni-Rektorin Ada Pellert betonte, dass digitale Standards in der mittelständisch geprägten Region unverzichtbar seien.
Das Zentrum wird an der FernUniversität eine so genannte „Offene Werkstatt“ einrichten, in der Unternehmer, Wissenschaftler und Experten zusammenarbeiten. Zusätzlich gibt es Vor-Ort-Beratung, Unterstützung bei der Umsetzung sowie Beteiligung an Normierungsprozessen. Unter Leitung der HAGENagentur werden Informations-, Schulungs- und Vernetzungsangebote sowie praktische Erprobungsmöglichkeiten bereitgestellt.
Neben der „Offenen Werkstatt Hagen“ entstehen in Köln und Leipzig zwei weitere Werkstätten dieses Kompetenzzentrums sowie ein weiterer Standort in Sankt Augustin bei Bonn.
